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Fünf Fragen an Eva Lichner

Gründerin des Co-Working Spaces MATES

Eva hat MATES im Mai 2016 mit Ihrem Mann gegründet. Ihr Ziel war es, einen Ort zu schaffen, wo sich kreative Menschen austauschen, vernetzten und zusammenarbeiten können.

„MATES ist mehr als ein Name. Es ist unsere Haltung und unser Versprechen an euch: Wer zu uns kommt, kommt als Freund und bleibt es.“ – mit dieser Vision hat Eva, mit der Unterstützung Ihres Teams, einen wunderbaren Platz für Co-Working geschaffen. MATES gibt es mittlerweile dreimal in München und bietet neben den flexiblen Arbeitsplätzen auch Meetingräume sowie feste Büros für Teams. Durch Corona war 2020 ein besonderes Jahr für uns alle. Auch MATES hat es getroffen und musste sich neu aufstellen.  

Do it with passion or not at all – diesen schönen Spruch habe ich auf Evas Instagram Profil entdeckt und muss sagen, er passt hervorragend zu diesem Interview. Unter anderem erzählt Sie, welche Auswirkungen die Pandemie auf Ihr Unternehmen hat. Wir sprechen über Herausforderungen aber auch Chancen und positive Entwicklungen. Außerdem gibt Eva einen spannenden Ausblick auf 2021. Sie verrät, worüber Sie schon lange nachdenkt, was sie gerne verwirklichen möchte und wohin die Reise mit Mates geht.

  1. Als Co-Working Space mit mehreren Locations in München hat Euch Corona stark getroffen. Wie ist Eure aktuelle Situation?

Tatsächlich muss ich da differenzieren. Am Anfang, beim ersten Lockdown haben wir es stark gespürt. Wir haben erstmal alle Locations geschlossen. Im Mai konnten wir dann wieder öffnen, allerdings merkten wir schnell, dass sich viele Menschen noch nicht raustrauen. Es kamen kaum Leute zum Co-Worken und auch unsere Meeting Räume standen leer. Mit der Zeit besserte sich das Ganze wieder. Da die Meeting Räume aber weiterhin leer standen, haben wir entschieden, diese fix an Teams zu vermieten. In der Thierstraße haben wir einen großen Eventbereich, welchen wir zum Glück auch an ein festes Team vermieten konnten. So konnten wir weiteren Umsatz generieren und die Flächen sinnvoll nutzen. Aktuell ist unsere Location in der Georgenstraße für neue Mitglieder und Mitglieder mit Zeitpassen geschlossen. Unsere dort eingemieteten MATES haben weiterhin Zutritt, besitzen auch alle einen Schlüssel und organisieren sich selbst. Den Co-Working Space im Mini Pavillon am Lenbachplatz nutzen wir seit 07.11.20202 als Pop-Up Location für den „Damn Good Stuff“ Concept Store.

2. Wie seid Ihr im Team mit der Krise bisher umgegangen?

Es war schon hart. Ich musste mich mit wahnsinnig viel Bürokratie auseinandersetzen und mich in das Thema Kurzarbeit und Stundung reinfuchsen. Ich musste die Kosten runterfahren, die Öffnungszeiten anpassen und Locations zeitweise schließen. Die Belastung war hoch – da konnte mein Team mir nicht wirklich was abnehmen. Glücklicherweise ist eine Krise auch immer eine Chance sich neu aufzustellen. Unser Team hat sich zwar verkleinert, allerdings aus schönen Gründen. Eine unserer Mitarbeiterinnen hat sich entschieden sich selbstständig zu machen und eine weitere möchte die Chance nutzen, um sich um zu orientieren. Als Team betreuen wir aktuell den Pop-up Concept Store im Mini-Pavillon und feilen an neuen Konzepten und Ideen für unsere Co-Working Spaces.

3. Gibt es auch Erfolge und positive Entwicklungen, die eventuell ohne Corona nicht eingetroffen wären?

Durch Corona und die Unsicherheit, wann es wieder „normal“ weitergehen kann, kam ich ins Nachdenken. Ich habe die Zeit genutzt, um mich wieder zu fokussieren. Ich war gezwungen darüber nachzudenken, wie wir uns aufstellen sollten. Ich war mutiger loszulassen. Dinge loszulassen, an denen ich viel zulange festgehalten habe. Es war, als ob ich nun die Berechtigung dafür habe, MATES neu zu erfinden. Neu zu definieren, ohne dass es mir einer übel nimmt. Das war angenehm und schön.

Die MATES Academy und die Events werden nicht mehr stattfinden. Die Organisation war immer sehr aufwendig, hat viel Kraft und Manpower gekostet aber leider nicht den Umsatzerfolg erzielt. Auch konnten wir durch die Veranstaltungen keine neuen Mitglieder gewinnen. In München gibt es ein Überangebot von Veranstaltungen, wer da mithalten will, muss wahnsinnig viel Arbeit in die Organisation, sowie das Eventmarketing setzten. Das ist uns einfach aktuell nicht mehr möglich – auch auf die digitale Version von Events möchte ich verzichten. Durch Corona und das gezwungene Umdenken, nutze ich die Chance und stoße diesen Geschäftsbereich ab. Es fühlt sich befreiend und richtig an.

4. Um eine Eurer drei Locations derzeit sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig was Gutes für andere Gründer zu tun, habt ihr den Pop-Up „Damn Good Stuff” am Lenbachplatz organisiert. Dort gebt ihr jungen Brands die Möglichkeit einer Offline Präsenz und somit die Chance während der Corona Krise Umsatz zu generieren. Wie kam es zu diesem Konzept und was erwartet die Besucher dort?

Die Idee und der Wille einen Pop-Up mit lokalen Brands umzusetzen, stand bereits vor Corona fest. Das Konzept, die Auswahl der Produkte und der Zeitpunkt wurde dann während des ersten Lockdowns konkreter und finalisiert. Meine Vision hinter „Damn Good Stuff“ ist ein Concept Store mit Liebhaberstücken von lokalen Unternehmen/Designern. Die Besucher können sich auf Postkarten, Prints, Kissen, Mode, Schmuck, Natur Kosmetik, Café, Porridge, Geschenkpapier, Notizbücher und viele weitere wunderschöne Produkte von 25 verschiedenen Brands freuen. Geöffnet haben wir noch bis zum 19. Dezember 2020, immer Dienstag bis Freitag von 12 Uhr bis 17 Uhr und samstags von 12 Uhr bis 18 Uhr. Leider dürfen wir durch die Corona Auflagen nur drei Personen gleichzeitig willkommen heißen. Das ist schon schade, da ein Concept Store auch davon lebt, dass man sich Zeit nimmt, stöbern kann und viele kleine Produkte entdeckt. Wenn vor der Location eine Schlange entsteht, fühlen sich Menschen eher unter Druck gesetzt schnell machen zu müssen, und kommen so nicht ins Stöbern und Verweilen. Wir hätten auch gerne einen Glühwein Stand organisiert, um eine gemütliche Weihnachtsatmosphäre zu bieten – das geht aktuell leider nicht, was super schade ist. Trotz Corona und die erschwerten Bedingungen bekommen wir tolles Feedback zum Pop-Up Shop.  Das freut uns natürlich sehr und motiviert gerade in dieser Zeit immens.

5. Die Pandemie wird uns leider noch länger begleiten und die Wirtschaft weiterhin im Griff haben. Wie ändert Corona die Ziele für MATES, worauf legt ihr für das kommende Jahr den Fokus?

Wir wollen uns fokussieren, um unsere Kräfte sinnvoll einzusetzen. Daher setzten wir unseren Fokus für 2021 auf das Thema neues, flexibles und mobiles Arbeiten für Unternehmen und Ihre Mitarbeiter.

Im Bereich Co-Working wird sich einiges tun. Es ist und bleibt eine spannende Zeit für uns. Aktuell bin ich stark im Austausch mit anderen Co-Working Spaces. Wir wollen Unternehmen die Möglichkeit geben, flexibles Arbeiten für Ihre Mitarbeiter anzubieten. Viele der Arbeitnehmer, die bereits seit März im Home Office sind, wollen nicht mehr nur von zu Hause aus arbeiten. Ihnen fehlt der soziale Austausch und ein miteinander. Wir arbeiten an einem Konzept, Unternehmen ein Kontingent anzubieten, damit Sie Ihren Mitarbeitern einen flexiblen Arbeitsplatz bei uns zur Verfügung stellen können. Dadurch entsteht eine Art Kombination aus Home Office, Büroalltag und Co-Working Space. Wir haben viele Ideen in diesem Bereich und arbeiten diese aktuell aus.

Vielen Dank für Deine Offenheit und das Interview liebe Eva. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg mit dem Pop-Up Shop und Deinen Ideen für das kommende Jahr.

Kontakt zu MATES München

www.mates.network

Pop-Up Damn Good Stuff/MINI Pavillon/Lenbachplatz 7a

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