Momlife,  Work

Sag es stolz: Ich bin eine Frau, ich bin eine Mutter und ich bin verdammt nochmal gut in meinem Job.

Puh, das tat gut. Warum ich diese Worte einfach mal aufschreiben und in die Welt geben möchte? Weil wir das Jahr 2021 haben und wir Frauen leider immer noch mit Vorurteilen, Benachteiligungen und Diskriminierung zu kämpfen haben.

Sätze wie: „Ich kann Dir keinen unbefristeten Arbeitsvertrag anbieten, Du könntest schwanger werden.“, Fragen wie: „Wann möchtest Du denn ein zweites Kind, macht es überhaupt Sinn dazwischen wieder zu arbeiten?“. Aussagen wie: „Du bist 100% kompetent, aber ich will mich nicht an dich binden. Einen Minijob kann ich Dir anbieten, aber mehr ist leider nicht drin“.

Diese und andere unangemessene Sätze musste ich mir bereits anhören. Ich befinde mich gerade in den letzten Wochen der Elternzeit und screene Stellenanzeigen, schaue mich in meinem Netzwerk um und führe das ein oder andere Gespräch. Leider wurde ich bereits mit Aussagen und Fragen wie oben beschrieben konfrontiert. Auch im Austausch mit anderen Müttern, die sich auf ihrem Weg zurück in den Beruf befinden, stelle ich fest, dass es nicht nur mir so geht.

Es ist spürbar, dass man als Frau nun in erster Linie auf dem Arbeitsmarkt als Mutter wahrgenommen wird. Nicht mehr vorrangig die Kompetenzen und Fähigkeiten sind entscheidend, sondern der Fakt, dass man nun eine Mutter ist und eventuell wieder schwanger werden könnte.

Trotz Verbot – es passiert in der Realität

Natürlich darf man in Vorstellungsgesprächen nicht gefragt werden, ob und wann man ein Kind plant oder wie viele Kinder man möchte. Aber Fakt ist, dass diese Fragen in den Köpfen der Personaler fest verankert sind. Das Männer mit gleichen Kompetenzen weiterhin bevorteilt werden und dass, auch wenn versteckt, diese Fragen dennoch gestellt werden.

Let’s face it – von außen betrachtet spielen Beschreibungen wie unflexibel, unsicher, schwierig auf einmal eine Rolle. Keiner denkt bei einer Mutter direkt an folgende, wie ich finde sehr passende Adjektive: lösungsorientiert, gelassen, stressresistent, organisiert.

Warum ist das so? Was können wir dagegen tun? Wie können wir zeigen, dass wir Frauen, wir Mütter eine verdammt gute Wahl als Arbeitnehmerinnen sind?

Was wir brauchen sind Fürsprecher!

Nicht „trotz Kind“, sondern viel mehr „mit Kind“ sollte es heißen. Wir sind, mit Kind weiterhin gut in unserem Job. Wir sind mit Kind weiterhin professionell. Wir sind mit Kind weiterhin fokussiert. Der Fokus sollte auf die Stärken, die das Mutter sein mit sich bringt, gelegt werden. Wer lebt Zeitmanagement und Prioritäten setzen wohl authentischer und natürlicher als eine Mutter? Wer schafft es mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf zu haben, Zeit sinnvoll zu nutzen und dabei noch effektiv zu sein? Ja, es sind wir Frauen, wir Mütter. Was wir brauchen sind Fürsprecher, Förderer und eine Plattform. Um eine wirkliche Veränderung zu schaffen, muss noch einiges passieren, vor allem auch politisch. Wie gehen wir es an?

Ja, es gibt heutzutage schon weitaus mehr Zuspruch und Möglichkeiten als Mutter. Wir müssen nicht mehr, wie noch vor einigen Jahrzehnten, zu Hause bleiben und uns ausschließlich um den Nachwuchs kümmern. Aber sein wir doch mal ehrlich, wenn ich als Mutter zurück in den Beruf möchte, meinen Job als 50% oder 70% Stelle ausüben möchte, gibt es da draußen viel mehr Zweifler als Förderer.

Wer als junge Mutter auf Jobsuche ist, sieht die Realität ziemlich genau. Unangemessene Fragen in Vorstellungsgesprächen, Annahmen und Vorurteile, Bevorzugung von Männern und Diskriminierung.

Chancen, Veränderung und Mindset

Um diesen Artikel nicht negativ abzuschließen, möchte ich noch das Schöne notieren. Es gibt bereits wundervolle Netzwerke für Frauen und extra für Mütter. Hier steht gegenseitige Unterstützung im Fokus. Es gibt tolle Unternehmen, die das Wertvolle in uns Müttern als Arbeitnehmerinnen sehen. Es gibt Jobportale ausschließlich für Mütter. Es ist bereits wahnsinnig viel Gutes entstanden und ich bin mir sicher, es wird weiter gehen. Ich denke auch, dass es unabdingbar ist, zuerst bei sich selbst anzufangen, damit die Veränderung überhaupt eine Chance hat. Lasst uns also gemeinsam etwas tun, laut sein, offen über das Erfahrene berichten, uns gegenseitig helfen und andere mitziehen.

Somit schließe ich den Artikel genauso wie er begann: Ich bin eine Frau, ich bin eine Mutter und ich bin verdammt nochmal gut in meinem Job.

Somit schließe ich den Artikel genauso wie er begann: Ich bin eine Frau, ich bin eine Mutter und ich bin verdammt nochmal gut in meinem Job.

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