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Über das Ankommen, Unsicherheiten und das wunderschöne Gefühl eine Mama zu sein

Wow, endlich dürfen wir nach Hause gehen. Als die Kinderärztin mir am 25.12.2019 um 8:00 Uhr mitteilte, dass wir unseren Finn endlich heimbringen dürfen, war ich unfassbar glücklich und gleichzeitig nervös. Ich rief Chris an und erzählte ihm die tollen Nachrichten. Selbstverständlich waren wir auf diesen Moment vorbereitet und Chris hatte bereits seit Tagen das Homecoming Outfit für Finn gepackt, den Maxi Cosi bereitgestellt und wartete förmlich nur auf das GO um die Sachen mit ins Krankenhaus zu bringen. Nun war es soweit!

Nach ein paar Formalitäten auf der Überwachungsstation durfte ich meinen Mini Finn in einem schiebbaren Bettchen mit zu mir auf die Station nehmen. Das war ein irres Gefühl – immerhin durfte Finn seit fünf Tagen seine Station nicht verlassen. Ein erstes Gefühl von Freiheit.

Die erste Taxi Fahrt

Ich war noch nie so nervös in einem Taxi zu sitzen, geschweige denn, hatte ich noch nie so ein Herzklopfen bei ruckeligen Straßen, roten Ampeln oder dem allgemeinen Stadtverkehr mit all seinen Geräuschen. Es war unheimlich aufregend unseren Finn ins Taxi zu setzten, nach Hause gefahren zu werden und dann dort auszusteigen, um unser neues Leben zu beginnen.

Ein Gefühl, als ob wir frisch eingezogen sind

Die ersten Stunden zu Hause waren magisch. Die ersten Stunden zu Hause waren beängstigend. Die ersten Stunden zu Hause waren schlichtweg voller wechselhaften Gefühlen, gepaart mit Ungläubigkeit. Es fühlte sich an, als ob wir frisch eingezogen sind. Ich lief in der Wohnung umher, suchte ständig irgendetwas, erschrak für einen Bruchteil einer Sekunde, wenn ich Finn sah und konnte nicht greifen, dass wir nun mit unserem Baby zu Hause sind.

Die erste Nacht

Dieses grunzen, hecheln, glucksen und schmatzen – Chris und ich sind bei jedem Geräusch aufgezuckt und haben das Licht angemacht, um zu schauen, was unser Finn hat. Nichts hatte er – gar nichts. Friedlich schlief er und fröhlich gluckste, zuckte, hechelte und grunzte er vor sich hin.

In der ersten Nacht hatten wir das Baby Bay ausprobiert, welches neben mir am Bett verankert ist. Er schlief selig darin, allerdings hatte ich ständig das Gefühl, es wäre zu kalt. Da das Baby Bay neben mir und somit einen Meter vom Fenster entfernt steht, hatte ich Angst, dass er Zugluft abbekommen könnte. In dieser Nacht habe ich sicherlich 20-mal seinen Nacken gecheckt. Dieser fühlte sich aber immer schön warm an. Finn schlief gut in dieser Nacht – Chris und ich überhaupt nicht.

Ein Loblied auf die Hebammen

Als meine Hebamme das erste Mal zu uns kam, hatten Chris und ich tausende Fragen. Ich war so froh über Ihren Besuch und konnte es kaum erwarten. Sie schaute sich Finn an, wog ihn, untersuchte den kleinen Mann und zeigte Chris und mir, auf was wir bei der Pflege achten müssen. Dann drehte sie den Bauchnabel ab, der sich bereits nach einer Woche super entfernen lies. Das war wirklich ein Segen für mich. Ich tat mir die ersten Wickelversuche schwer, den Bauchnaben nicht zu berühren. Finni war ja noch so klein und selbst die XS Windeln waren zu groß für ihn. Sie gab uns hilfreiche Tipps zum Anziehen und zeigte uns Griffe, wie zum Beispiel den Fliegergriff. Wir hatten damals im Geburtsvorbereitungskurs vieles zur Handhabung mit Baby gelernt aber mit dem eigenen, sich bewegenden Baby, ist alles ganz anders. Die Berührungsängste waren am ersten Tag definitiv noch da und somit waren Chris und ich sehr froh, dass Sie uns sehr herzlich durch unsere Unsicherheiten begleitete.

Als wir mit ihr über die Schlafsituation sprachen, gab Sie uns den Tipp, dass wir Finn in seinem Nestchen mit ins Bett nehmen können. Am Tag liegt Finn nämlich in einem sehr gemütlichen Nestchen und verschläft wunderbar den Tag. Sie zeigte uns, worauf wir hierbei achten müssen und gab uns den Tipp, den kleinen Mann zwischen uns zu legen. Gerade am Anfang ist es schön, wenn man sich als Paar die Verantwortung teilen könne, meinte Sie. Ich war so froh über Ihren Ratschlag und wir probierten es direkt aus. Unser Mini Assmann schläft also seitdem im Nestchen in seinem Schlafsack zwischen Chris und mir. Klappt wunderbar. Für mich ist es eine super angenehme Erleichterung. Ich hatte sofort das Gefühl, die Ängste der neuen Geräusche teilen zu können und schon waren diese nur noch halb so befremdlich.

Wenn ich an die ersten Nächte und Tage zurückdenke, freue ich mich ehrlich gesagt, dass diese vorbei sind. Ich hatte immer etwas Angst vor den Nächten – obwohl Finn wirklich gut schläft und auch nur alle drei Stunden trinken wollte, war ich nachts angespannter als am Tag.

Plötzlich Mama – Bestes Gefühl

Als ich noch schwanger war und Freundinnen mit Ihrem Baby sah, dachte ich immer: „Wow, von meiner Freundin zu einer Mama – es sieht so natürlich aus. Als ob es nie anders war.“ Ich habe mich oft gefragt, ob es bei mir genauso sein wird. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sobald ich mein Baby im Arm halten darf, einen Mama Instinkt habe und sofort weiß, was das Beste für Finn sein wird. Ich war verunsichert, was auf mich wartet, wie ich mit der neuen Situation umgehen werde und wie ich meine Rolle finden und reinwachsen werde.

Vor ein paar Tagen kamen dann die schönsten Worte zu mir. Meine liebe Freundin Sarah hat mir ein so wertvolles Kompliment gemacht. Wir haben uns zu einem gemeinsamen Spaziergang verabredet und ich konnte ihr meinen Finni vorstellen. Als wir im Café noch einen Cappuccino tranken, sagte Sie zu mir: „Du wirkst so routiniert und selbstsicher als Mama. Als ob du nie was anderes gemacht hast.“

Sie hätte mir kein schöneres Kompliment machen können – was Sie in mir sah, war meine neue Rolle als Mama. Sie sah genau das, was ich immer bei Freundinnen bemerkte, wenn ich diese zum ersten Mal mit Baby sah. Diese unglaubliche Selbstsicherheit in der neuen Rolle als Mama und das Gefühl nach außen, als ob man nie was anderes war. Ein wunderschönes Gefühl! Danke meine liebe Sarah – du hast mir (komplett unbewusst) das schönste Geschenk an diesem Tag gemacht.

Frauen sind Zauberwesen

Wir Frauen sind der Wahnsinn. Wir bauen einen Menschen mit unserem Körper. Wir sind ab dem Moment des positiven Schwangerschaftstests in der neuen Rolle. Wir achten auf uns, hören mehr denn je auf unsere innere Stimme, auf unser Körpergefühl und schaffen einen schönen Ort für das Baby in uns. Sobald das Baby in unserem Armen liegt, kommt die neue Rolle so richtig zum Vorschein – wir entdecken den Instinkt und wissen was das Beste für unser Baby ist. Als ob es nie anders war, schauen wir unsere Kleinen Wunder an, strahlen die tiefe Liebe aus, die unsere Babys ruhig werden lassen.

Hey Daddy

Ein Hoch auch auf alle Papas. Unsere Männer können die Schwangerschaft nicht am eigenen Körper erleben und für sie ändert sich erstmal nichts. Umso krasser ist der Moment, wenn Sie von der Sekunde der Geburt an auf einmal Papa sind. Von dem einen auf den anderen Moment muss performt werden. Sicherlich nicht so einfach. An dieser Stelle möchte ich meinem Chris ein großes Kompliment machen. Er ist der beste Papa für Finn und der wundervollste Ehemann für mich. Ich bin so stolz auf ihn und meine kleine Familie. In seinem Elternzeit Monat hat er sich unglaublich um uns gekümmert – ich konnte komplett loslassen. Er hat mir den Freiraum gegeben, mich ausschließlich auf Finn, sowie auf mich und meine Wundheilung konzentrieren zu können. Ohne Chris, seine Hilfe und unbändige Unterstützung wären die ersten Wochen, vor allem auch die Krankenhaus Zeit, nicht machbar gewesen. #Liebe

Die ersten Tage mit unserem Finn waren sehr aufregend. Ich bin allerdings rückblickend froh, dass diese vorbei sind. Es gab zwar überwiegend schöne Momente aber auch Unsicherheiten und Ängste. Vor allem meine Wundheilung dauerte mir zu lang. Ich konnte nicht agieren, wie ich wollte oder dachte, dass es das Beste für Finn sein würde. Von der Couch oder dem Bett aufstehen war anfangs so hart und frustrierte mich sehr. Glücklicherweise ging es von Tag zu Tag besser und nach ca. drei Wochen konnte ich bereits schöne, kurze Spaziergänge machen, Freunde treffen und meinen Finn in die Welt führen.

Man wächst mit seinen Aufgaben

Es gibt nun mal Situationen, auf die kann man sich nicht vorbereiten. Mit einem Baby kommt ein neuer Charakter in die Welt und hat eigene Vorstellungen und Eigenarten. Diese muss man selbstverständlich erst mal kennen und lesen lernen. Meine kleine Familie ist der Wahnsinn und ich bin zu tiefst dankbar für die Erfahrung, die ich derzeit machen darf. Meine zwei Assmänner sind mein Glück. Jetzt bin ich erstmal damit beschäftigt genau das zu genießen und jede Minute des Glückes aufzusaugen. Daher kommen derzeit nur unregelmäßig neue Blogposts- Aber ich bleibe dran und werde Dich weiter mit auf meine Reise als Mama nehmen.

Liebe Grüße, Ilka

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