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Vorbereitung auf meinen geplanten Kaiserschnitt

Bevor ein Kaiserschnitt durchgeführt werden kann, gibt es zusätzliche Untersuchungen sowie Aufklärungsgespräche mit der Geburtsklinik. Jedenfalls solange es ein geplanter Kaiserschnitt ist und kein Not-Kaiserschnitt.

Nachdem ich eine Placenta Praevia Totalis diagnostiziert bekommen habe, musste alles etwas schneller gehen. Normalerweise wird eine Placenta Praevia bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft festgestellt, diese kann sich im Laufe der weiteren Schwangerschaft mit dem Wachsen der Gebärmutter weiter nach oben ziehen und den Muttermund frei machen. Bis zur 30 Schwangerschaftswoche ist dies noch möglich. Ab dann geht man final davon aus, dass sich der Sitz der Placenta nicht mehr verändert. Somit wird spätestens in der 30 Woche ein Kaiserschnitt Termin geplant und alle weiteren Aufklärungen, Untersuchungen und Vorgehensweisen mit der Geburtsklinik besprochen.

Da dies bei mir erst in der 35 Woche erkannt wurde (ziemlich verrückt), ging es sehr schnell mit den weiteren Terminen und Anforderungen für die bevorstehende Operation. Ich schreibe ganz bewusst Operation und nicht Geburt. Oft wird vergessen, dass ein Kaiserschnitt eine große Bauch OP ist, wahrscheinlich, weil es immer als Routine dargestellt wird.

Aufklärung Anästhesie

Vor jedem geplanten Kaiserschnitt muss ein Aufklärungsgespräch durch einen Anästhesisten der Klinik stattfinden. In meinem Gespräch wollte die Ärztin einiges von mir wissen, zum Beispiel welche Schwangerschaftsbeschwerden, Vorerkrankungen und Allergien ich habe. Sie klärte mich über den Ablauf der Narkose und die dadurch entstehenden Risiken auf. Die Ärztin war sehr nett und erklärte mir zusätzlich ganz genau, wo die Spritze gesetzt, welcher Bereich des Körpers betäubt wird und wie ich die Betäubung spüren würde. Auch über die Taubheit (nach der Operation) im Bereich des unteren Bauchens sprach sie mit mir. Diese könne bis zu einem Jahr anhalten.

Aufklärung Risiken

Danach musste ich zur Blutabnahme. Das wird grundsätzlich als Vorsorge gemacht, falls man eine Infusion benötigt. Das Krankenhaus bestellt für den Tag des Kaiserschnittes Blut, damit es im Notfall bereits im OP ist. Nachdem auch das erledigt war, bekam ich einen Infozettel mit allen möglichen Risiken des Kaiserschnittes. Ich sollte mir diesen durchlesen und ein Arzt würde mich danach über alles aufklären. Auf dem Infozettel stehen neben den Risiken für die Frau auch noch die verschiedenen Gründe eines Kaiserschnittes und der generelle Ablauf.

Bevor ich mich mit dem Thema „geplanter Kaiserschnitt“ auseinander setzten musste, machte ich mir keinerlei Gedanken darüber. Es war somit sehr erschreckend, welche Konsequenzen und auch Gefahren ein Kaiserschnitt mit sich bringen kann. Ein Kaiserschnitt wird von der Gesellschaft als Routine Operation gesehen – doch wenn es um den eigenen Fall, das eigene Kind und den eigenen Körper geht, ist es vollkommen egal, ob es Routine ist oder nicht. Es bleibt eine Operation mit Risiken. Das Ergebnis ist ein Baby aber auf dem Weg dahin ist es eine Operation mit einigen Gefahren für Baby und Mama.

Angst vor den Risiken

Allein, dass mein Baby möglicherweise eine Schnittwunde erhält, da die Gebärmutter mit Skalpell aufgeschnitten wird, machte mir Angst. Auch, dass die Gebärmutter möglicherweise entfernt werden muss, falls meine Placenta durch die Gebärmutterwand gewachsen ist oder falls ich bei der Operation zu viel Blut verliere, man mich in eine Vollnarkose setzten müsse. All das, machte mir eine Heiden Angst. Mir ist schon klar, die Ärzte müssen über alle möglichen Risiken aufklären. Auch wenn diese sehr selten sind. Meine Unterschrift auf diesen Zettel zu geben und mich mit allem einverstanden zu erklären, fühlte sich dennoch komisch an. Es geht einfach nicht um die Geburt meines Babys – es geht um eine Operation mit möglichen Risiken.

Meine Fragen zum Kaiserschnitt

Ich konnte in meinem Gespräch mit der Ärztin alle meine Fragen zum Kaiserschnitt stellen. Sie war empathisch und beantwortete alles sehr sensibel. Meine Bedenken zum Kaiserschnitt galten vor allem meinem Baby Assmann. Für mich im Fokus stand die Geburt, das Erlebnis und wann ich mein Baby ganz bei mir haben könne. Ich wollte wissen, wann ich ihn das erste Mal sehen würde, wie lange er bei mir auf der Brust liegen könne und ob ich nach der Operation ausreichend Zeit zum Bonding haben würde.

Die Ärztin beantwortete alles sehr herzlich und gab mir das Gefühl, dass ein geplanter Kaiserschnitt eine schöne Erfahrung sein kann. Dass, wenn alles gut abläuft, ich mein Baby wie bei einer Spontangeburt bei mir haben könne. Es kurz nach einem Check der Hebamme wieder bei mir sein würde und Chris und ich bereits im OP Zeit[IA1]  mit Baby Assmann bekommen würden. Sie erklärte mir, dass ich nach der Operation erstmal versorgt werden müsse. In dieser Zeit wird Baby Assmann untersucht, Chris wäre die ganze Zeit dabei und nachdem ich „fertig“ gemacht worden bin, kämen Baby Assmann und Chris wieder zu mir in einen Aufwachraum. Dort würden wir Zeit zum Kuscheln bekommen.

Sie nahm mir meine Bedenken bezüglich des Wickelns und der Baby Versorgung, genauso sagte Sie mir, dass die Hebammen und Schwestern den Frauen mit Kaiserschnitt in den ersten zwei Nächten immer zur Seite stehen.

So soll es nun sein

Nachdem alle meine Bedenken und Fragen beantwortet waren, war die Vorbereitung seitens Klinik abgeschlossen. Einen Tag vor dem geplanten Termin sollte ich nochmal zur Blutabnahme erscheinen, dann würden Sie mir auch die genaue Uhrzeit für die OP mitteilen.

So sollte es also sein. So sollte mein geplanter Kaiserschnitt ablaufen. Sollte.

Leider kam alles anders. Auch wenn ein geplanter Kaiserschnitt ohne viel Risiko dargestellt wird. Auch wenn es eine Routine Operation ist, in der Theorie nach Schema F abläuft, kann alles ganz anders kommen. Leider war das bei uns der Fall. Über die Geburt von Baby Assmann werde ich in meinem Blog Artikel „Mein Geburtsbericht“ erzählen. In diesem sehr persönlichen Artikel habe ich mir alles von der Seele geschrieben, so kann ich loslassen und verarbeiten

Liebe Grüße, Deine Ilka


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